Creative-Commons-Lizenz für Inhalte

Von Nicolai Parlog vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Siehe den Wiki-Artikel zur Lizenz für eine einleitende Betrachtung.
Hier würde ich gerne wissen, wie ihr die vier Module by, nc, nd und sa bewertet. Meine Meinung dazu:

  • by: Namensnennung
    • würde die Organisation bekannter machen
    • erzeugt eine Hürde bei der Weiterverbreitung der Inhalte
    • -> vorstellbar
  • nc: Nicht kommerziell
    • sehe darin keinen Nutzen
    • da kommerzielle Zwecke recht weitläufig definiert zu sein scheinen1 und außerdem aktuell seltsame Urteile dazu gefällt werden2, könnte das eine starke, abschreckende Wirkung bei der Weiterverbreitung haben
    • -> nein
  • nd: Keine Bearbeitung
    • sehe darin keinen Nutzen
    • im Gegenteil befürworte ich sogar eine Anpassung der Texte durch Dritte, damit sie in deren organisatorischen Kontext nutzbar werden
    • -> nein
  • sa Weitergabe unter gleichen Bedingungen
    • erzeugt einen Copyleft-Effekt, d.h. Inhalte, die auf unseren aufbauen, bleiben ebenfalls frei
    • das klingt ganz charismatisch
    • erzeugt eine Hürde bei der Weiterverarbeitung der Inhalte
    • -> vorstellbar

In Abhängigkeit unserer Diskussion können wir eine der sich daraus ergebenden Lizenzen wählen. Es ist zu beachten, dass es für den Fall, das wir überall mit Nein antworten ebenfalls eine Lizenz gibt (namens CC0; siehe hier). Diese wurde zwar nicht für Deutschland portiert, aber das gilt ebenfalls für viele Open-Source-Softwarelizenzen, weswegen ich das nicht für eine große Einschränkung halte.

1 "Das Werk darf nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden, womit nach EU-Recht auch der Verkauf zum Selbstkostenpreis verboten wird." (Quelle: Wikipedia am 25.02.2014)

2 netzpolitik.org zum Urteil des LG Köln zu CC-NC (eingefügt am 21.03.2014)


Antworten (9)

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Till Schäfer vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Wie gerade schon im Ticket geschrieben, bevor ich den Forum Thread hier gesehen habe:

1. Namensnennung:
Pflicht im deutschen Raum. Also Abgehakt. (http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/ -> dritter Absatz)

2. Veränderung:
Sollte meiner Meinung nach erlaubt sein. Ganz im Sinne von Open Source Software ;) Wir wollen ja, dass andere Leute unsere Ideen weiterverbreiten.

3. Kommerziell:
Ich habe nichts dagegen, wenn unsere Texte auch Kommerziell genutzt werden. Wenn dies der Fall sein sollte, gehe ich erst mal davon aus, dass der Text auch in unserem Sinne ist. Ich könnte mir auch vorstellen, dass eine Einschränkung in einigen Situationen rechtliche Probleme aufwirft.

4. Share-Alike:
Letzter Punkt, da ich ihn als besonders kontrovers empfinde. Prinzipiell bin ich voll und ganz für diesen Aspekt (insbesondere, wenn es sich um Software handelt). Wir könnte hier aber evtl. auf Probleme stoßen, wenn wir die Texte später mal in einer Zeitschrift, auf einem Flyer, etc einer anderen Organisation veröffentlichen wollen. In diesem Fall kann es sein, dass wir CC nicht erzwingen können. Unter Umständen kann man dann natürlich auch noch die Autoren fragen, ob Sie den Text noch mal unter einer anderen Lizenz veröffentlichen. Solange wir klein sind und nur wenig Leute an den Texten mirarbeiten und es noch Übersichtlich ist, wer überhaupt an einem Text mitgearbeitet hat, scheint das machbar. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das immer so bleiben wird.

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Anonym vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

by: Wir führen ein rechtskundiges Projekt. Deshalb sollten wir auch eine Lizenz nehmen, die in Deutschland rechtssicher ist. Die Public Domain "CC0" gibt es in Deutschland nicht, da niemand seine Urheberschaft von sich weisen kann. Deshalb ist "by" Pflichtbestandteil jeder nach Deutschland portierten CC-Lizenz.
  • -> ja
nc: Diese Einschränkung scheint mir zu weitreichend zu sein. Wenn jemand unsere Inhalte auf einer Homepage mit einem Werbebanner verwendet, würde die Lizenzeinschränkung bereits greifen. Soweit ich das überblicke, würde würde das z.B. auch heise.de betreffen.
  • -> nein
nd: Sehe ich so wie Nicolai und Till
  • -> nein
sa: Was wäre, wenn ein Zeitungsartikel Inhalte unserer Homepage bringen wollen würde? Dieser Artikel könnte sicherlich nicht die Lizenzbedingung "sa" übernehmen. Dann würde eher der Artikel nicht zustande kommen.
  • -> nein

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Nicolai Parlog vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Offensichtlich stochern wir gerade etwas im Nebel herum. Ich mache da mal fleißig weiter mit. ;)
Ich will zunächst auf einige eurer Aussagen eingehen, die ich für irreführend oder falsch halte, und dann meine Schlüsse daraus formulieren. Sorry, dass es mal wieder etwas länger ist.

Freie Inhalte - CC0

Zunächst möchte ich meine obige Aussage korrigieren: Bei CC0 handelt es sich nicht um eine Lizenz, sondern um ein Werkzeug.

Dieses soll ein Werk unter die Public Domain stellen, wo das möglich ist. Es enthält aber ebenfalls Bestimmungen für solche Länder, wo das nicht geht (sog. "Fallback"). Dort soll man auf den national maximal möglichen Teil seiner Rechte an einem Werk verzichten können. Es wird also versucht die Public Domain soweit möglich nachzubilden, dabei aber auf nationale Gesetze Rücksicht zu nehmen. Eine gute Erklärung der Unsicherheiten für Deutschland findet sich hier - zu beachten ist, dass darin auch andere in Deutschland verwendete Lizenzen (die anderen CC-Lizenzen und GPL) als ähnlich unsicher/ungeprüft eingeschätzt werden.

Ich meine irgendwo einen Nebensatz gelesen zu haben, dass creative commons in Deutschland von der Verwendung von CC0 abrät, habe diese oder ähnliche Aussagen aber nicht mehr gefunden. Im Gegenteil sind bei der Einführung 2009 auch im deutschsprachigen Raum keine kritischen Bemerkungen gefallen:

Und z.B. die Gemeinsame Normdatei der Deutschen Nationalbibliothek verwendet dieses Werkzeug. Insofern sehe ich keinen Grund, CC0 von vornherein auszuschließen.

Namensnennung - by

Bei der Namensnennung handelt es sich um ein Recht des Urhebers, andere zu ihr zu verpflichten:

Ferner steht dem Urheber gemäß § 13 S.2 UrhG das Recht zu, darüber zu befinden, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen ist und wie diese Bezeichnung auszusehen hat1.

Der Urheber darf grundsätzlich über das Ob und Wie der Urheberbezeichnung bestimmen2.

Ich habe keinen Hinweis darauf gefunden, dass der Urheber die Pflicht hat, auf Namensnennung zu bestehen. Im Gegenteil finden sich z.B. solche Erklärungen (Hervorhebung von mir):

Diesen Rechtsansichten steht entgegen, daß es sich bei dem Namensnennungsrecht um einen Teil des Urheberpersönlichkeitsrechtes handelt. Über dieses kann allein der Fotograf als Urheber entscheiden und verhandeln. Die Verwender von Bildmaterial haben die Möglichkeit, mit dem Bildautoren eindeutige Regelungen zu treffen. Falls berechtigte Interessen hierfür sprechen, wird der Fotograf auf diese durchaus Rücksicht nehmen. Da der Verzicht auf die Namensnennung jedoch einen erheblichen Werbungsverlust mit sich bringt, wird hierfür ein entsprechender finanzieller Ausgleich durchaus angebracht sein3.

Es scheint also durchaus möglich zu sein, auf die Namensnennung zu verzichten. Warum die sechs CC-Lizenzen sie alle beinhalten, kann ich nicht beurteilen - vielleicht, weil es wenig Sinn ergibt, eine Lizenz zu vergeben ohne den Inhaber des Urheberrechts, also denjenigen, der die Lizenz erteilt, zu nennen.

Meiner Meinung nach sollten wir also Vor- und Nachteile der Namensnennung im Kontext von Do-FOSS beurteilen und uns nicht von unserem eingeschränkten Rechtsverständnis zu einer Entscheidung drängen lassen. Wenn wir wissen was wir wollen, können wir immer noch prüfen, ob das funktioniert.

Copyleft - sa

Hier sollte genauer zwischen den verschiedenen Verwendungen der Inhalte unterschieden werden.

Zitate

Das scheint ein schwieriges Feld zu sein.
Kurzfassung (ich hoffe, ich habe das alles richtig verstanden!):
Wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind, zählt ein Textfetzen als Zitat. Das ist immer erlaubt und dann spielt unsere Lizenz keine Rolle. Zählt es nicht als Zitat, braucht man die Einwilligung des Urhebers. Falls wir diese mit einer Lizenz automatisch gewähren, reicht das, aber dann müssen eben die Lizenzbedingungen eingehalten werden. Z.B. bei Printmedien würde dann wohl alleine die Nennung der Lizenz (unabhängig davon ob wir by oder by-sa wählen) ein K.O.-Kriterium bedeuten. Diesen Fall halte ich aber sowieso für sehr unwahrscheinlich, da dort sicherlich mit Zitaten gearbeitet wird.

Weiterverwertungen

Hier könnte sa eine tatsächliche Einschränkung bedeuten. Man kann sich durchaus Fälle vorstellen, in denen share alike nicht möglich oder gewünscht ist. Allerdings sollte man bei der mentalen Konstruktion solcher Szenarien auch im Hinterkopf behalten, dass - wie im obigen Beispiel mit den Printmedien - häufig allein die Nennung der Lizenz (und sei es nur CC-by) zu Problemen führen kann.

Benefits

sa hat durchaus auch positive Seiten, die ihr sicherlich kennt, aber nicht aufgegriffen habt. Ich bin mir aber auch nicht sicher, wie relevant die für uns sind. Allerdings finde ich die Idee, auf unserer Arbeit aufbauende Inhalte weiter frei zu halten, sehr cool.

Meine Meinung

In der Reihenfolge (fällt mir aber sehr schwer):
  1. CC0
    Mag ich, weil sie keine Hürden zur Weiterverwendung aufbaut.
  2. CC-by-sa
    Reines Bauchgefühl. Ich kann mir einfach nicht viele Fälle vorstellen, in denen sa ein über by hinausgehendes Problem bedeuten würde. Dafür halte ich den Vorteil, dass auf unserer Arbeit beruhende Inhalte ebenfalls frei sind, für bedeutsam. Auch wenn ich das schwer begründen kann...
  3. CC-by
    Wäre auch in Ordnung. Klingt für mich aber eher nach einem Kompromiss zwischen zwei besseren Alternativen.

Unabhängig davon:
Um in Zukunft die Möglichkeit zu haben, die Nutzungsbedingungen unserer Inhalte zu ändern, sollten wir in jedem Fall den Autor festhalten. Im Redmine übernimmt das die Historie (z.B. bei Wiki-Artikeln) und im Blog sollte man ihn eh explizit angeben. Insofern bekommen wir diese Möglichkeit recht günstig.

1 finanztip.de erster Google-Treffer bei der Suche nach deutschland urherberrecht namensnennung notwendig)

2 anwälte-im-netz.de immerhin auf der ersten Google-Seite bei der Suche nach deutschland urherberrecht namensnennung notwendig)

3 freelens.com

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Anonym vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

In der Reihenfolge (fällt mir aber sehr schwer):

CC0
Mag ich, weil sie keine Hürden zur Weiterverwendung aufbaut.
=> Gefällt mir auch, aber ich würde mich lieber an die von Creative Commons offiziell vorgestellten Varianten halten, um mich auf der sicheren Seite zu fühlen.
CC-by-sa
Reines Bauchgefühl. Ich kann mir einfach nicht viele Fälle vorstellen, in denen sa ein über by hinausgehendes Problem bedeuten würde. Dafür halte ich den Vorteil, dass auf unserer Arbeit beruhende Inhalte ebenfalls frei sind, für bedeutsam. Auch wenn ich das schwer begründen kann...
=> Hier hätten wir bestimmt eher ein Problem, wenn z.B. eine Zeitung unsere Inhalte außerhalb von Zitaten benutzen wollen würde, als einfach nur mit "CC-by". Deshalb würde ich davon absehen wollen.
CC-by
Wäre auch in Ordnung. Klingt für mich aber eher nach einem Kompromiss zwischen zwei besseren Alternativen.
=> Das wäre meine Wahl.

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Nicolai Parlog vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Bisher wurde auf keines der Argumente eingegangen. Insbesondere sprechen wir immer noch nicht darüber was wir wollen sondern darüber was wir glauben was wir dürfen. Und das auch noch auf niedrigem Niveau:

=> Gefällt mir auch, aber ich würde mich lieber an die von Creative Commons offiziell vorgestellten Varianten halten, um mich auf der sicheren Seite zu fühlen.

CC0 ist genauso offiziell von Creative Commons wie jede der Lizenzen! Siehe hier, hier und hier.

=> Hier hätten wir bestimmt eher ein Problem, wenn z.B. eine Zeitung unsere Inhalte außerhalb von Zitaten benutzen wollen würde, als einfach nur mit "CC-by". Deshalb würde ich davon absehen wollen.

Ich kann mich nicht entsinnen, jemals eine Zeitung gelesen zu haben, in der Texte überhaupt Hinweise auf Lizenzen enthalten haben. Da sie z.B. bei CC-by aber einen expliziten Hinweis auf die Lizenz und den Lizenztext enthalten müssten, kann man davon ausgehen, dass keine übliche Zeitung jemals einen Text "außerhalb von Zitaten benutzen wollen würde".
Zuletzt scheint sa zumindest für netzpolitig nicht zu schlecht zu sein, denn die stellen alles unter BY-NC-SA.

CC-by
Wäre auch in Ordnung. Klingt für mich aber eher nach einem Kompromiss zwischen zwei besseren Alternativen.

=> Das wäre meine Wahl.

Leider wird diese Wahl nicht positiv begründet. Dabei könnte man z.B. darüber sprechen, wie positiv wir - gegenüber CC0 - den Effekt, zu unser Namensnennung zu verpflichten, einschätzen.

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Till Schäfer vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Zum Thema BY-NC-SA bei Netzpolitik:
Ich denke man kann die Nutzer solcher Texte recht gut in zwei Gruppen aufteilen:
1. Die kommerziellen Verwerter: klassische Zeitungen, Journale, etc, welche mit dem Journalismus Geld verdienen.
2. Die ideellen Aktivisten: Blogs, NGOs, etc

Wenn man NC-SA verwendet, dann bietet sich einen duale Lizenzierung an. NC-SA für die zweite Gruppe und restriktivere Lizenzen für die erste. Dafür ist aber notwendig genügend Anziehungskraft auf die erste Gruppe auszuüben, oder man verliert diese Gruppe als Distributor (wenn man Sie überhaupt hat). Wir können natürlich auch im einzelnen die Texte neu lizenzieren, wenn es irgendwo hakt. Dazu muss das Copyright der einzelnen Text aber eindeutig geklärt sein: Wer hat dran mitgearbeitet?; Geht das Copyright an den Verein Do-FOSS? (kann auch problematisch/aufwändig sein).

Im Gegensatz zu Open Source Software sehe ich bei Texten die folgenden Unterschiede:
- Texte sind nicht (so stark) auf Pflege angewiesen. Unsere Aussage steht auch noch in 5 Jahren genau so dar. Software muss gepflegt werden um weiterhin benutzbar zu sein. Daher ist SA bei Software so wichtig, da sonnst das Produkt ganz schnell wieder in den kommerziellen Gefilden verschwinden kann. Der kommerzielle Anbieter verschafft sich ja sogar einen Vorteil, wenn er seine Verbesserungen nicht zurück gibt. Bei Texten geht es eher um einen Diskurs, den wir auch im Wechsel mit kommerziellen Texten fortführen können. Ich denke aber jede Weiterverbreitung (ob Kommerziell oder nicht Kommerziell) ist ein Gewinn für die Verbreitung von OSS.
- Bei Texten besteht keine Closed Source Problematik. D.h., man kann kommerzielle Texte genau so gut verstehen wie freie Texte.

Zusammenfassung:
Im Grunde genommen dreht es ich darum ob wir die möglicherweise breitere Verbreitung der Texte bei CCO (durch Gruppe 1) und den dadurch eingesparten Verwaltungsaufwand beim Copyright (duale Lizenzierung) wichtig genug finden um die Vorteile von SA aufzugeben:

Vorteil von SA:
- Jeder Mensch sollte den gleichen Zugang zu Wissen haben. Ohne SA kann es vorkommen, dass die Diskussion nur noch von der finanziell besser gestellten Schicht weitergeführt wir, da um die Texte ein Pay-Wall errichtet wird. Das steht im Widerspruch zu unserer Sache.
- Unter Umständen dürfen wir ergänzende Gedanken, welche von anderen Journalen hinzugefügt werden nicht auf unserer Website veröffentlichen, wenn wir keine SA verwenden. Das könnte einen Diskurs verhinder, welcher von allen Lesern mitverfolgt werden kann.

Ich plädiere ganz leicht gegen SA (auch wenn es mir weh tut) aus dem folgenden Grund:
-> Ich selber verwende gerne Copy-Paste bei meinen Texten. Wenn wir also mal eben wieder einen Flyer o.ä. zusammen stellen, müssten wir alle Copyright-Inhaber fragen ob das OK für diese ist. Das kann ganz schön kompliziert werden und daher glaube ich wir sollte uns das Leben hier nicht unnötig schwer machen.
-> Ich glaube nicht, dass die OSS Diskussion hinter einer Pay-Wall verschwindet, selbst wenn wir CC0 verwenden.

CCO oder CC-By ist dann noch mal ein anderes Thema. Muss ich mir noch mal Gedanken drüber machen.

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Nicolai Parlog vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Um unsere Unsicherheit bezüglich CC0 zu klären, habe ich John Hendrik Weitzmann angeschrieben; er ist Legal Project Lead bei Creative Commons Deutschland. Den weiteren Verlauf des Gesprächs werde ich ebenfalls hier posten.

 Guten Tag John,

(aufgrund der E-Mail-Adresse nehme ich an, dass Duzen in Ordnung ist)

[TL;DR:
    Gibt es juristische Bedenken bei der Verwendung von CC0 in Deutschland?
    Wie ist das im Vergleich zu den CC-Lizenzen?
]

mein Name ist Nicolai Parlog. Gemeinsam mit Till Schäfer und einigen
anderen Unterstützern betreibe ich die Initiative Do-OSS (Dortmunds Open
Source Software). Wir versuchen die Verwaltung der Stadt Dortmund von
der Verwendung von Open Source Software zu überzeugen[1].
Ab Mitte des Jahres werden wir beginnen, unsere Anträge, die Reaktionen
der Stadtverwaltung und die Meinungen anderer Organisationen (wie z.B.
der Free Software Foundation) dazu in einem Blog zu veröffentlichen.
Gleichzeitig dokumentieren wir unsere Arbeit in einem in Zukunft
öffentlich einsehbaren Projektmanagement-Tool, um ähnlichen Initiativen
zu ermöglichen, auf unseren Erfahrungen aufzubauen.

Zu dem Zweck wollen wir die Hürde zur Verwendung unserer Inhalte
möglichst niedrig ansetzen und diskutieren auch die Verwendung von CC0.
Sonst sind noch die beiden Lizenzen CC-BY und CC-BY-SA im Rennen.
Jetzt meine eigentliche Frage:

    Gibt es aus juristischer Sicht Bedenken bei der Verwendung von CC0 in
Deutschland?
    Insbesondere im Vergleich zu den CC-Lizenzen, die - wie sich kürzlich
vor dem OLG Köln zeigte - auch noch offen für Interpretationen sind, die
vielleicht nicht im eigentlichen Sinne von CC sind.

Bisher habe ich zu CC0 nur Artikel zur Einführung 2009 gefunden. Gibt es
bisher Erfahrungen beim Einsatz des Werkzeugs?

Gerne nehme ich auch einen Link zu einer aktuellen Einschätzung der
Situation. Oder, falls das einfacher ist, können wir auch gerne
telefonieren. Du kannst mich jederzeit unter 0160-3856429 erreichen.

 Viele Grüße
 Nicolai

[1] http://www.opensourcepublicsector.de/?p=504

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Nicolai Parlog vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

John hat geantwortet:

Gibt es aus juristischer Sicht Bedenken bei der Verwendung von CC0 in
Deutschland?

Es gibt dazu noch keine Rechtsprechung, aber ansonsten spricht
das Meiste dafür, dass CC0 zumindest in Form der eingebauten Fallback-
Lizenz normal anwendbar ist in DE.

Er hat zugestimmt, dass ich den entscheidenden Absatz hier zitieren darf, aber dennoch handelt es sich dabei selbstverständlich nur um seine persönliche Meinung und keine juristische Beratung!

RE: Creative-Commons-Lizenz für Inhalte - Von Till Schäfer vor mehr als 4 Jahren hinzugefügt

Wir haben uns bei unserem Treffen am 10.05.14 für CC0 entschieden.

  • NC haben wir wegen der Rechtsunsicherheit für den Weiterverwender schnell ausgeschlossen
  • SA scheint für uns keine relevanten Vorteile zu haben, die die deutlichen Einschränkungen bei der Weiterverwendung aufheben.
  • Prinzipiell erschien uns BY sehr interessant, weil die erzwungene Namensnennung die Bekanntheit von Do-FOSS steigern könnte. Allerdings gehen wir davon aus, dass solange Do-FOSS kein Verein bzw. keine juristische Person ist, die Namen der Autoren genannt werden müssten. Damit ist für uns kein merklicher positiver Effekt verbunden, so dass wir uns für den Abbau aller Hürden und gegen BY entschlossen haben.

Damit bleibt CC0 übrig. Sobald Do-FOSS die Möglichkeit hätte, die CC-BY-Klausel zur Namensnennung zu erfüllen, wird das Thema eventuell noch einmal eröffnet. Bis dahin wählen wir CC0 für alle unsere Inhalte. Es wurde außerdem beschlossen dies nicht nur auf einer Seite des Blogs sondern unter jedem Artikel festzuhalten.

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