Wie stellt Do-FOSS sich eine Migration vor?

Von Nicolai Parlog vor mehr als 2 Jahren hinzugefügt

Die Frage zielt darauf ab, wie wir uns im Idealfall eine Migration zu mehr FOSS bei der Stadt Dortmund vorstellen. Ich glaube zwar, dass wir hier eine recht ähnliche Meinung haben, aber es ist vielleicht dennoch sinnvoll, die auszutauschen. Ich leg mal los... im folgenden schildere ich also was ich glaube, was wir glauben und wollen. Es geht hierbei nicht um den Wortlaut (wenn wir den formulieren wollen, können wir das im Etherpad machen) sondern den Inhalt.

Obwohl ich im Blog und per E-Mail erst wenige Diskussionen geführt habe, ist dieses Thema schon wiederholt aufgetreten. Wenn wir uns hier auf eine gemeinsame Ansicht geeinigt haben, sollten wir überlegen, dies in unser Ziel einzubauen.


Eine IT-Infrastruktur für ~7000 Rechner zu unterhalten, ist eine komplexe Aufgabe ist. Do-FOSS hat nicht das Know-How hat, die Ausgestaltung dieser Infrastruktur technisch umfassend zu bewerten und dementsprechend maßen wir uns nicht an, einen konkreten, technischen Migrationspfad zu entwickeln oder vorzuschlagen. Außerdem erwarten wir keine umgehende Gesamtmigration! Es geht nicht darum aus, ideellen Gründen eine alles-oder-nichts-Reaktion zu provozieren.

Unser Ziel ist statt dessen, die Stadt Dortmund von den Vorteilen Freier Software zu überzeugen und zusammen mit anderen zivilen und politischen Einrichtungen bei einer selbständigen, schrittweisen und angepassten Migration zu unterstützen. Ein Wissensaustausch mit anderen Einrichtungen, die bereits Erfahrung mit FOSS haben (z.B. den Verwaltungen von München und Treuchtlingen), sollte einer Umstellung vorausgehen und diese auch begleiten. Weiterhin soll die spezifische Situation der Stadt Dortmund berücksichtigt werden: welche Software wird gerade eingesetzt, wo wünschen sich Mitarbeiter jetzt schon Verbesserungen, wie sind Fachanwendungen gestaltet (z.B. Desktop-Betrieb vs. Client/Server-Architektur, Betriebssystemabhängigkeit, ...), wird Virtualisierung angestrebt, ... ?

Auf Basis eines solchen Wissensaustauschs und einer Bewertung des Status Quo kann eine Migration schrittweise durchgeführt werden. Dabei muss zunächst nicht zwangsläufig eine Gesamtmigration das Ziel sein - jede einzelne Ablösung eines proprietären Systems verbessert die Situation der Stadt Dortmund.


Antworten (4)

RE: Wie stellt Do-FOSS sich eine Migration vor? - Von Frederick Weiß vor mehr als 2 Jahren hinzugefügt

Warum fächern wir die Punkte, die wir bereits als einen möglichen Weg zu mehr Freier Software haben nicht auf?

  • Bewusstsein für Probleme durch den Einsatz proprietärer Software schaffen
  • Analyse der Probleme anregen, die durch den Einsatz proprietärer Software entsteht
  • Bewertung der Möglichkeiten und Auswirkungen des Einsatzes Freier Software anstoßen
  • Berücksichtigung der Vorteile Freier Software bei Ausschreibungsverfahren anregen
  • Aufbau von Kooperationsstrukturen zur (Weiter-)Entwicklung der verwendeten Freien Software zwischen Dortmund und anderen Kommunen einleiten

Hier hätten wir bereits in der Diskussion eine Struktur an der wir uns langhangeln könnten und könnten auch laufend darauf verweisen und hier unsere Fortschritte festhalten. Das würde auch gut zu unserer Verabredung vom letzten Open Office bei ver.di passen, dass wir gemeinsam Migrationsüberlegungen anstellen wollen. Im Vorhinein Aspekte hierfür zu suchen, steht dem aus meiner Sicht aber nicht entgegen.

Vom Design könnte ich mir eine Seite wie diese hier vorstellen.

Erste Aspekte könnten sein:

  • Bewusstsein für Probleme durch den Einsatz proprietärer Software schaffen
    Migrationsgründe z.B. der Verwaltungen von München und Treuchtlingen beschreiben
  • Analyse der Probleme anregen, die durch den Einsatz proprietärer Software entsteht
    eigene Risiko- und Problemanalyse der Stadt Dortmund
  • Bewertung der Möglichkeiten und Auswirkungen des Einsatzes Freier Software anstoßen
    eigene Potenzialanalyse der Stadt Dortmund
  • Berücksichtigung der Vorteile Freier Software bei Ausschreibungsverfahren anregen
    Herstellerneutralität in Ausschreibungen diskutieren
  • Aufbau von Kooperationsstrukturen zur (Weiter-)Entwicklung der verwendeten Freien Software zwischen Dortmund und anderen Kommunen einleiten
    Austauschnetzwerk für Behörden entwickeln

Eine IT-Infrastruktur für ~7000 Rechner zu unterhalten, ist eine komplexe Aufgabe ist. Do-FOSS hat nicht das Know-How hat, die Ausgestaltung dieser Infrastruktur technisch umfassend zu bewerten und dementsprechend maßen wir uns nicht an, einen konkreten, technischen Migrationspfad zu entwickeln oder vorzuschlagen. Außerdem erwarten wir keine umgehende Gesamtmigration! Es geht nicht darum aus, ideellen Gründen eine alles-oder-nichts-Reaktion zu provozieren.

Unser Ziel ist statt dessen, die Stadt Dortmund von den Vorteilen Freier Software zu überzeugen und zusammen mit anderen zivilen und politischen Einrichtungen bei einer selbständigen, schrittweisen und angepassten Migration zu unterstützen. Ein Wissensaustausch mit anderen Einrichtungen, die bereits Erfahrung mit FOSS haben (z.B. den Verwaltungen von München und Treuchtlingen), sollte einer Umstellung vorausgehen und diese auch begleiten. Weiterhin soll die spezifische Situation der Stadt Dortmund berücksichtigt werden: welche Software wird gerade eingesetzt, wo wünschen sich Mitarbeiter jetzt schon Verbesserungen, wie sind Fachanwendungen gestaltet (z.B. Desktop-Betrieb vs. Client/Server-Architektur, Betriebssystemabhängigkeit, ...), wird Virtualisierung angestrebt, ... ?

Auf Basis eines solchen Wissensaustauschs und einer Bewertung des Status Quo kann eine Migration schrittweise durchgeführt werden. Dabei muss zunächst nicht zwangsläufig eine Gesamtmigration das Ziel sein - jede einzelne Ablösung eines proprietären Systems verbessert die Situation der Stadt Dortmund.

Ansonsten geht das für mich schon die richtige Richtung, auch wenn ich einiges anders formulieren würde.

RE: Wie stellt Do-FOSS sich eine Migration vor? - Von Nicolai Parlog vor mehr als 2 Jahren hinzugefügt

Warum fächern wir die Punkte, die wir bereits als einen möglichen Weg zu mehr Freier Software haben nicht auf?

Keine Ahnung, warum ich damit nicht angefangen habe. Das ist sicherlich eine sehr gute Basis.

Vom Design könnte ich mir eine Seite wie diese hier vorstellen.

Gute Idee. Wie auch dort könnten wir mit einem einleitenden Text beginnen. Dafür würde ich gerne mit einem Text wie meinem obigen anfangen. Was ich damit erreichen möchte ist, dass folgende Punkte direkt am Anfang des Textes klar werden:
  • wir wissen, dass die IT-Infrastruktur der Stadt Dortmund komplex ist und es keine einfachen Lösungen gibt
  • unser Ziel ist keine umgehende Gesamtmigration
  • wir wollen der Stadt Dortmund helfen, sich selbst zu helfen (um mal den zweiten Absatz grob zusammenzufassen)

Das finde ich zentral für unser Handeln und sollte möglichst kompakt erkenntlich werden. Dadurch können wir vielleicht manche Nachfrage per Link oder Copy/Paste beantworten.

RE: Wie stellt Do-FOSS sich eine Migration vor? - Von Frederick Weiß vor mehr als 2 Jahren hinzugefügt

wir wissen, dass die IT-Infrastruktur der Stadt Dortmund komplex ist und es keine einfachen Lösungen gibt

Aus "Warum Freie Software und Offene Standards für die Stadt Dortmund?" stammt der Satz: "Wir verkennen nicht, dass die Softwarearchitektur jeder öffentlichen Verwaltung hochkom­plex und in der Regel historisch gewachsen ist. Daher ist es herausfordernd, lenkend in die­se Struktur einzugreifen."

unser Ziel ist keine umgehende Gesamtmigration

Aus OSSigESD stammt die Formel: "Die Stadt Dortmund möge Freie Software gegenüber proprietärer Software gesamtstädtisch priorisieren. Um dieses Ziel langfristig zu erreichen, möge das Dortmunder Systemhaus eine Freie-Software-Strategie entwickeln." (OSSigESD spricht jedoch noch von Open-Source-Software.)

wir wollen der Stadt Dortmund helfen, sich selbst zu helfen (um mal den zweiten Absatz grob zusammenzufassen)

Vielleicht können wir hier integrierende Formulierungen finden, wie "wir wollen Teil des Diskussionsprozesses werden und die Entwicklung des IT-Konzepts zivilgesellschaftlich begleiten.

Das finde ich zentral für unser Handeln und sollte möglichst kompakt erkenntlich werden. Dadurch können wir vielleicht manche Nachfrage per Link oder Copy/Paste beantworten.

Klingt gut.

Aus meiner Sicht, wäre der Text damit nun "pad-fähig".

RE: Wie stellt Do-FOSS sich eine Migration vor? - Von Nicolai Parlog vor mehr als 2 Jahren hinzugefügt

Aus meiner Sicht, wäre der Text damit nun "pad-fähig".

Ja.

Weil das Ticket noch nicht geschlossen war und dieses Thema damit sehr stark zusammenhängt, integriere ich es mal in #2.

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