FOSS in der öffentlichen Verwaltung

In diesem Artikel sammeln wir Wissen zum Einsatz von Freier und Quelloffener Software in der öffentlichen Verwaltung. Dabei ist uns wichtiger, Wissen schnell zu sammeln als es für leichteres Verständnis aufzubereiten. Es ist also weniger mit einem strukturierten Text als einer losen Sammlung von Beschreibungen und Fakten zu rechnen. Die Überschriften sind alphabetisch sortiert.

Ausschreibungen

Offene Standards sind ausschreibungsfreundlich. Damit werden jedoch keine Vergabeentscheidung getroffen, sondern strategische Weichenstellungen. Derzeit wird keine strategische Weichenstellung getroffen, sondern Anwendungen von der Firma Microsoft und ihren Entwicklungspartnern für die Stadt Dortmund vorbestimmt.

[...] der [Zweckverband] KDN Dachverband [kommunaler IT-Dienstleister] handelt im Auftrag seiner Mitglieder und beschafft aufgrund deren Anforderungen Softwareprodukte. Naturgemäß kommt auf diese Weise keine "freie Software" zur "Ausschreibung", weil die Mitglieder sie auch ohne Ausschreibung einsetzen können. [...] [Auszug einer Mail von Karl-Josef Konopka, Geschäftsführer KDN Dachverband kommunaler IT-Dienstleister an Frederick vom 03.12.2014]

Bürgerschaft

Software muss das Primat der Bürgerschaft widerspiegeln. Eine Struktur von der man nicht lernen kann, ist eine Struktur die einen autoritär regiert. Das ist einer Demokratie unangemessen. Auch dürfen demokratische Strukturen nicht nach unten verhandelt werden oder demokratische Prozesse outgesourct werden - diese Überlegungen müssen in einer demokratischen Gesellschaft unverhandelbar sein.

Freie Software ermöglicht gemeinschaftsfähige Selbstbestimmung.

Freie Software ist der Allgemeinheit zugänglich und darüber gemeinwohlfähig.

bürgergetriebene Innovation

digitale Solidarität

Einzelne Gruppen dürfen nicht von den Chancen der Digitalisierung abhängt werden.

Best-FOSS-Practice

Client

Betriebssystem

Browser

E-Mail-Client

Fachanwendungen

Office

Ein Freies Office ist essentiell für den Umstieg auf Freie Software, da es Microsoft Office nicht für Freie Betriebssysteme gibt.

Officeanwendungen
LibreOffice
OpenOffice

Server

Softwareverteilung

Daseinsvorsorge

Begriff "Daseinsvorsorge"

"Mit der Zusammenbringung großer Bevölkerungsmassen auf engsten Raum in den Großstädten, wie sie die industrielle Emanzipation im 19. und 20. Jahrhundert mit sich brachte, ergaben sich für die individuelle Daseinsführung neue Bedingungen und Erfordernis. Sie lassen sich in der Weise verdeutlichen, dass man den beherrschten und den effektiven Lebensraum des einzelnen unterscheidet. [...] Die durch die Industrialisierung ausgelöste räumliche Verschichtung der Bevölkerung hat dazu geführt, dass sich der beherrschte Lebensraum des Einzelnen mehr und mehr verringerte (von Haus, Hof und Werkstatt zur Mietwohnung und dem Arbeitsplatz in der Fabrik), während die Technik den effektiven Lebensraum außerordentlich erweiterte. Mit dem beherrschten Lebensraum gingen dem Einzelnen die Sicherungen verloren, die seinem Dasein eine gewisse Eigenständigkeit verliehen. Nun war er auf Vorkehrungen angewiesen, die seiner sozialen Bedürftigkeit zur Hilfe kommen und die Daseinsführung ohne beherrschten Lebensraum erst möglich machen: Gas, Wasser, elektrische Energie, Abwasserableitung, Verkehrsmittel usw. Die soziale Bedürftigkeit ist also unabhängig vom Vermögen. [...] Dieser Bedürftigkeit zu Hilfe zu kommen, ist staatliche Aufgabe geworden, wobei Staat im weiteren, auch die Gemeinden umfassenden Sinne verstanden sein soll. Was in Erfüllung dieser Aufgabe geschieht, ist Daseinsfürsorge." (https://de.wikipedia.org/wiki/Daseinsvorsorge#cite_note-2 [abgerufen am 07.06.2015])

Begriffsherkunft "Daseinsvorsorge"

Die Begriffe der Daseinsvorsorge bzw. zunächst der Daseinsfürsorge gehen auf Karl Jaspers und Ernst Forsthoff zurück. Erstmals nutzte Jaspers im Jahr 1931 den Begriff "Daseinsfürsorge" und beschrieb
damit die gesamte Volkswirtschaft: "Die Bevölkerungsmassen können nicht leben ohne den riesigen Leistungsapparat, in dem sie als Rädchen mitarbeiten, um ihr Dasein zu ermöglichen. Dafür sind wir versorgt, wie wir es noch nie in der Geschichte Menschenmassen waren". 1938 nutzte Forsthoff ebenfalls zunächst das Wort "Daseinsfürsorge". Erst später wechselte er zu "Daseinsvorsorge". (http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/IzR/2010/7/Inhalt/DL_HolzRauGuenthnerKrummheuer.pdf?__blob=publicationFile&v=2 [abgerufen am 07.06.2015])

Grundversorgung mit Software (Software für Alle): digitale Daseinsvorsorge

Die Krone der Selbstverwaltungshoheit verpflichtet zur Daseinsvorsorge.

kritische Infrastrukturen

Datenschutz und Datensicherheit

Datensicherheit

[...] Weit über 95 Prozent aller Virenprobleme betreffen einzig und allein (...) Windows-Rechner. (...) Hauptsächlich liegt es wohl (...) daran, dass sich die Verseuchung für Kriminelle lohnt: Windows läuft auf rund 90 Prozent aller PC. [..] (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812304,00.html, vom 05.02.2012 [abgerufen am 07.01.2015])

Datenschutz

Die Frage nach dem Schutz der Daten wird komplexer, denn die Daten werden nicht mehr schriftlich in ein Formular erhoben, sondern digital in ein Programm. Fehlende Akten können bemerkt werden. Fehlende Daten nicht, denn sie werden kopiert und nicht mitgenommen.

Daten werden ohne selbstbestimmte Kontrolle versandt

Demokratie

Sobald eine Struktur nicht von unten wachsen kann, ist sie nicht demokratisch.

Finanzielles

Folgekosten für den Lock-In-Effekt müssen eingepreist werden.

Gemeinwohl der Gesellschaft darf etwas kosten.

Forbildungsangebote

Führungskräfte Forum

FOSS

Def. Freie Software gem. der Free Software Foundation Europe

Softwaresouveränität

Infrastrukturen entwicklungsfähig gestalten

inkrementelle Verbesserungen ermöglichen

Modernisierungskonflikt der Software aktiv begleiten

reuse-Effekt: das ökologische im Digitalen

frei

"Eine Ressource ist 'frei', wenn
(1) man sie ohne Erlaubnis nutzen kann; oder
(2) die Erlaubnis, sie zu nutzen, neutral vergeben wird." (Lawrence Lessig) (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeingut [abgerufen am 31.03.2015])

"frei" hat damit eine klare Abgrenzung zu "kostenlos" und "umsonst".

FOSS-Diskussionskultur

Argument verstehen geht vor Argument teilen

"Entweder-Oder-Lösungen" gewinnen in der Öffentlichkeit nicht (mehr)

die Frage wer Ownership generiert sollte vor der Überzeugung für die Grundidee zurücktreten

Synergieeffekte offensiv angehen

FOSS-Tellerrand

Das Gesetz ist das Betriebssystem unserer Demokratie. Wäre es richtig dafür bezahlen zu müssen, um es sehen zu dürfen?

Luthers digitale Mündigkeit: Wozu soll die Bibel auf deutsch sein, wenn ich sie - trotz Bildung - ohnehin nicht lesen kann?

Wenn wir Freie Software betrachten, sprechen wir über Lizenzmodelle - nicht über konkrete Softwareprodukte selbst. Dies ist änlich der Diskussion über FairTrade-Kaffee. Viele Menschen sagen, dass Ihnen FairTrade-Kaffee nicht schmecke. Dabei meinen sie eigentlich, dass ihnen eine bestimmte Sorte Kaffee nicht schmeckt - der eben zufällig auch FairTrade ist. Es scheint mir eine Frage der Anpreisung des Kaffees zu sein. Wenn ich gefragt werde, ob ich FairTrade-Kaffee möchte, steht das Merkmal "FairTrade" stark im Vordergrund. Wenn ich aber gefragt werde, ob ich Kaffee möchte und mir dabei oder später bewusst wird, dass es FairTrade-Kaffee ist, steht der FairTrade-Aspekt nicht entscheidend im Vordergrund. Es ist für mich also eine Frage, was ich bei meinem Gegenüber stärker assoziieren lassen möchte: den Kaffee oder eines seiner Merkmale.

Freies Wissen

Patente machen neuere HIV/Aids-Medikamente unerschwinglich - Ärzte ohne Grenzen stellt Studie zur Preisentwicklung vor (abgerufen am 29.05.2015)

Gemeingüter

Geschäftsmodelle

Freemium

Interkommunale Kooperation

Proprietäre Software blockiert immaterielle Gemeinschaft

Gemeingutbewirtschaftung aus kommunalem Bedarf

ÖÖP: Öffentlich-Öffentlich-Partnerschaft

Gesetze über kommunale Gemeinschaftsarbeit?

vollkommene IT-Eigenleistung ist angesichts der Komplexität der Produkte unmöglich, sowohl im Software- als auch im Hardwarebereich

Interoperabilität

Offene Standards

Offene Standards stehen dem proprietären Schnittstellenpuzzle entgegen (Schnittstellengewähr)

Wie geht man mit Entwicklungspartnerschaften z.B. zwischen Microsoft und SAP um, die ihre Schnittstellen zum Marktvorteil proprietär halten?

Open Data

Freie Daten entstehen auch durch Freie Software.

Kosten

FOSS kann mit transparenten Kostenstrukturen angesehen werden, die gezielte Investitionen ermöglichen, da z.B. Entwicklungskosten nicht in Lizenzgebühren verkalkuliert werden.

Lobbyleitfaden der Wikimedia

Markt

Der öffentliche Dienst wird keine Marktmacht entfalten können, wenn er eigentumsähnliche Rechte an der Software nicht beansprucht.

Wem nicht erlaubt ist zu wissen, kann nur eingeschränkt mit Marktmacht aufgrund der eigenen Nachfragegröße agieren.

Metaphern

closed source = geschlossene Gärten

Migration

Fragen an eine FOSS-Migration

Welches Unterscheidungspotenzial haben proprietäre und FOSS-Organisationsstrukturen?

Wie erreichen wir Zufriedenheit mit dem Arbeitsmittel?

Welche Aufbau- und Ablaufstrukturen sind Voraussetzung für den Einsatz von FOSS? Wie zentralisiert/dezentralisiert soll eine FOSS-Struktur sein? Welche Hierarchien sind sinnvoll? Welche Synergie kann/soll es zwischen den Fachbereichen geben?

1. kritische Migrationsfaktoren

2. Migrationsstrategien

Softwareregister aufbauen

Zum Aufzeigen des Potenzials von Freier Software, könnte zunächst ein Bereich belegt werden, der nicht bereits durch ein anderes Programm belegt ist z.B. ein Programm zur Erstellung eines Offenen Haushalts (Vorteilsüberlegungen für eine Migration anstatt einer problematisierenden Herangehensweise)

Migrationsmodell: Entstehung der gegenwärtigen IT-Architektur nachzeichnen

3. Migrationshürden

Wenn man Probleme löst, geht es immer um Arbeitsplätze.

Welche Unterstützungsumgebung erfährt die Idee? (organisatorische Kreativität)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als kritischer Migrationsfaktor [basisdemokratischen Verwaltungscharakter beachten]

langfristige proprietäre Verträge

Korruption in den derzeit bestehenden proprietären Verträgen?

4. Migrationsscheitern

Das Migrationsversagen des Auswärtigen Amtes lag u.a. an einem viel zu kleinem Entwicklungsteam.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

blended learning

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann ergänzend zu Schulungen die Arbeitsdistribution inkl. verschiedenen Paketen für den privaten Gebrauch zur Verfügung gestellt werden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als kritischer Migrationsfaktor

Aus Sicht der Anwenderinnen und Anwender verläuft eine Migration positiv, wenn sie die Migration als zeitsparend ("Knuddenfaktor") erleben. Es muss also eine Verbesserung der Arbeitsabläufe erfolgen; die Migration muss höhere Standards setzen.

[...] Rüdiger Czieschla, der IT-Leiter der Stadt Freiburg, beschreibt in einem Beitrag zum Buch "Open Source im öffentlichen Sektor" ausführlich die Gründe für dieses Scheitern. Man habe sich zu sehr auf die technische Umsetzung der Migration konzentriert und den Schulungsaufwand zunächst unterschätzt. Die unterschätzten Probleme hätten wiederum zu Verärgerung bei den Mitarbeitern und Produktivitätseinbußen geführt. "Technische Schwierigkeiten und Kompatibilitätsprobleme mit Fachanwendungen waren Wasser auf den Mühlen von Skeptikern und Verweigerern", stellt Czieschla enttäuscht fest. Zudem kritisiert er das 2behördliche Beharrungsvermögen", also den Unwillen im Mitarbeiterstab, sich auf Neues einzustellen sowie eine 2kritikfixierte Haltung" in der Führungsebene.

Auch der Freiburger Stadtrat Timothy Simms konstatierte einen mangelnden Rückhalt seitens strategischer Akteure. Open Office sei zu einem Sündenbock für alles geworden, was zwischen Verwaltung und IT falsch lief. Für Simms ist nicht die Open Source Software gescheitert, sondern der Weg der Einführung, den Freiburg gewählt hat. [...] (http://politik-digital.de/open-source-software-in-stadtverwaltungen-zum-scheitern-verdammt [abgerufen am 13.02.2015])

Schulungen

kontinuirliche Schulungen, insbesondere bei Fachverfahren, da es solche Programme nicht im privaten Einsatz gibt

Schulungstool

Modernisierungskonflikt

"Der Begriff Moderne in der Geschichte Europas, Amerikas und Australiens bezeichnet einen Umbruch in allen Lebensbereichen gegenüber der Tradition. In der Querelle des Anciens et des Modernes (1687) war „Moderne“ noch ein Gegenbegriff zu "Antike". Erst im 19. Jahrhundert wurde es üblich, mit dem Wort Moderne die Gegenwart von der Vergangenheit allgemein abzugrenzen." (https://de.wikipedia.org/wiki/Moderne [abgerufen am 07.06.2015])

ein Modernisierungskonflikt ist ein Übergang, keine Wertung und hat einen ungewissen Ausgang

Polizeiarbeit

vorausschauendes Eingreifen (Technology Review, "Kamera mit Blick fürs Böse", Juni 2015, S. 76)

vorhersagende Polizeiarbeit (Technology Review, "Kamera mit Blick fürs Böse", Juni 2015, S. 76)

Automatische Erkennung von abnormen Verhaltensweisen und Bedrohungen in überfüllten Räumen (Technology Review, "Kamera mit Blick fürs Böse", Juni 2015, S. 76)

intelligente Mustererkennungsverfahren, die dort hochgefährlich sind, wo direkt aus der automatisierten Erkennung ein elektronischer Schluss gezogen wird (Technology Review, "Kamera mit Blick fürs Böse", Juni 2015, S. 76)

Selbst geschultes Personal kann höchstens sechzehn Monitore parallel überwachen [.]" (...) "Nach etwa vierzig Minuten setzt ein Zustand ein, den wir Videoblindheit nennen: Gefährliche Situationen werden nicht mehr rechtzeitig oder gar nicht mehr erkannt." (Technology Review, "Kamera mit Blick fürs Böse", Juni 2015, S. 77)

Spielhandlung und reale Gewalt laufen allerdings nicht immer exakt nach demselben Muster ab. Deshalb bekommt die Software keine fertige Verhaltensrezeptur eingetrichtert. Sie soll ihr Urteil stattdessen in mehreren Stufen bilden. (Technology Review, "Kamera mit Blick fürs Böse", Juni 2015, S. 77)

proprietäre Software

Wo bleiben die Handlungsspielräume?

standardisierte (verordnete) Arbeitsabläufe

gestaltungsfreies Arbeiten (Störfaktor Fremdbestimmung)

Rechtliches

Der Quelltext einer Software ist auch ihr Funktionsnachweis.

DRM

Wie sind wir auf DRM vorbereitet?

Risikoanalyse der IT-Abhängigkeit: Ist das Risiko der fremdbestimmten Software tolerabel?

Risikoanalye des Vendor-Lock-Ins

Lizenzen

Lizenzkosten sind auch eine Entwicklungsabgabe

Lizenzgebühren werden für Wissenserhalt in der eigenen Organisation schwieriger zu hinterfragen

Lizenzmanagement

Liste der Lizenzen der Open Source Initiative

Saatware

Open-Source-Saatware (Reproducible Builds)

Open-Source-Samen: Saatgut ist fast wie Software (Meldung bei Golem [abgerufen am 03.07.2015])

Sicherheit

Programmsicherheitsvorteil

Smarter Cities

Lebensbereiche sensorisch ausgestattet

Städte werden nach technologischen Gesichtspunkten geordnet

Jede Nutzung wird registriert, auf der [Schlüssel-]Karte selbst zur Eigenkontrolle und als Teil von Big Data im städtischen Datenzentrum. (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 67)

Was als Sicherheitsmaßnahme gut gemeint ist, kann sich schnell zur Einschränkung von Freiheit entwickeln. (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 68)

Geplant wird das technologisch Mögliche - aber nicht unbedingt das sozial Sinnvolle. (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 68)

Für ihn [Jan Gehl] sind Städte Lebensräume, die nicht nur auf effiziente Organisation ausgerichtet sein dürfen. Unordnung, Reibungen und Gegensätze seien das Salz der Städte. (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 68)

"Smart City ist kein Leitbild eigener Art, das neben oder gar über dem Leitbild der 'Integrierten Stadtentwicklung' steht, die 2007 in der Leipzig Charta von den europäischen Bauministern definiert wurde", sagt Hilmar von Lojewski, Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr beim Deutschen Städtetag. Laut der Charta sind technische Infrastrukturen nur ein kleiner Teil dessen, was die Qualität einer Stadt mit ihren öffentlichen Räumen, urbanen Kulturlandschaften und ihrer Architektur ausmacht. "Was uns die Industrie anbietet, ist in der Regel nicht unbedingt maßgeschneidert", moniert von Lojewski. "Es geht dabei eben nicht um einen ganzheitlichen Umbau der Stadt, sondern immer nur um Teilbereiche." (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 70)

digitales Korsett für den urbanen Raum (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 70)

"Eine intelligente Stadt zu normieren heißt, alles über einen Kamm zu scheren, ohne demokratischen Meinungsbildungsprozess, ohne Bürgerbeteiligung, ohne qualitative Aspekte kritisiert [Hilmar] von Lojewski [Leiter des Dezernats Stadtentwicklung, Bauen, Wohnen und Verkehr beim Deutschen Städtetag]. Diese ISO-Norm tendiert dazu, ein komplettes Eigenleben zu führen, bar jeder demokratischen Kontrolle." Sie sei zum einen industriegetrieben. Hinzu komme, dass asiatische Bewerber dabei seien, dass ISO-Gremium zu dominieren. Wieder könnte passieren, was schon in der ersten Hälfte des Jahrhunderts geschah: dass Städte für Technologien geplant werden, nicht für Menschen. Was früher die Autos waren, wäre heute das Internet der Dinge. (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 70)

Wenn (...) [Mobilitäts-Apps] die richtigen Informationen bieten, könnten Sie die Bewohner dazu animieren, auf das Auto zu verzichten und so die Großstadt ein wenig sauberer zu machen. Als Vorbild gilt vielen Hamburg. Dort bündelt eine Verkehrs-App sämtliche Transportmöglichkeiten in einer Komplettübersicht. Egal ob Bus, U-, S-Bahn, Fähre. öffentliches Fahrrad, Kurz- oder Langzeitmietwagen oder Taxi: Der Dienst kombiniert all diese Verkehrsmittel und sortiert sie nach Preis, Schnelligkeit oder Bequemlichkeit. Der Hamburger Verkehrsverbund stellt seine Fahrpläne zur Verfügung, ein Dienst namens Switshh ergänzt die Angaben mit Fahrrad- und Mietwagenstandorten und den per GPS georteten Standplätzen von Car2go-Autos und Taxis. Letztere sind gleich über die App buchbar. Nach Angaben von Google Play wurde sie bereits mehr als 500 000 Mal heruntergeladen. Dieses Beispiel für intelligente Vernetzung zeigt im Kleinen, wie Smart-City-Konzepte im Großen funktionieren könnten: alltagsnah, nutzerfreundlich und ohne Ängste vor Totalüberwachung. Ein zentrales Daten- und Überwachungszentrum ist für Anwendungen wie die Hamburger Verkehrs-App nicht nötig. (Technology Review, "Die digitale Aufrüstung droht an den Bedürfnissen der Bürger vorbeizugehen", Juni 2015, S. 71)

bürgerzentrierten Blick auf intelligente Städte (Technology Review, "Technologie-Riesen sehen Städte als Teil ihrer Zukunft", Juni 2015, S. 72)

Neuprogrammierung von Mobilität (Technology Review, "Technologie-Riesen sehen Städte als Teil ihrer Zukunft", Juni 2015, S. 72)

digitale Masterpläne (Technology Review, "Technologie-Riesen sehen Städte als Teil ihrer Zukunft", Juni 2015, S. 72)

Wir dürfen uns nicht nur mit Flächennutzung, Transport und Nachhaltigkeit auseinandersetzen, sondern müssen das auf Dauer auch mit digitaler Technologie tun.< (Technology Review, "Technologie-Riesen sehen Städte als Teil ihrer Zukunft", Juni 2015, S. 72)

Es geht (...) nicht nur um eine bürgerliche Tech-Bewegung, sondern ebenso darum, dass die Basis Mechanismen für Bürgerengagement schafft, für die Beteiligung von Bürgern an Betrieb und Steuerung von Städten. (Technology Review, "Technologie-Riesen sehen Städte als Teil ihrer Zukunft", Juni 2015, S. 72)

Technikfolgeabschätzung

Technologie wirkt in Verwaltung hinein. Im IT-Bereich in einem Ausmaß, dass demokratische Prinzipien berührt werden. Softwareeinsatz braucht daher eine Technikfolgenabschätzung.

Die Entscheidung über die Auswirkungen von Technikeinsatz gehören nicht in die Verwaltung, sondern in die Politik.

"Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt." (Frank Bsirske, Vorsitzender ver.di, 2014)

bestimmte Funktionen bleiben unter FOSS abschaltbar bzw. bestimmte Funktionen können heute mit proprietärer Software nicht mehr abgeschaltet werden

Überlagerung durch weitere "Open-Projekte"

nicht Aktivisten für alles sein was "open" ist

kein "Wollmux" sein ;-)

Verschlüsselung

[...] Bislang scheitern die [Geheim]Dienste offenbar noch immer daran, bestimmte Formen verschlüsselter Kommunikation zu attackieren, weil zwar viele, aber noch nicht alle Produkte eine technische Hintertür eingebaut haben. Der US-Nachrichtendienst NSA rühmt sich damit, dass er jede Technologie beherrschen und durchdringen könne, die aus einem US-Unternehmen stamme. Doch noch immer gibt es einen letzten Freiraum, den die Regierungen noch nicht erobert haben. Diese einzige vertrauenswürdige Technologie, die uns noch übrig geblieben ist, ist offene Software.

Das sind Programme, die von einem Kollektiv programmiert werden und deren Code von jedem überprüfbar ist, sodass es keine Hintertüren gibt. Das ist auch der Grund, weshalb ausgerechnet diese Software ganz besonders im Blick der Sicherheitsbehörden steht. Denn die Behörden können mit einem öffentlichen System keine Absprachen treffen, und sie können in etwas völlig Öffentliches nicht unbemerkt etwas einbauen. Diese Räume kann der Staat noch nicht durchdringen. Der Schlüssel für das letzte Geheimnis – noch liegt er nicht beim Staat.

Wer diesen letzten Schlüssel hat, dem gehört auch die letzte Kontrolle. Die Frage nach einem gesetzlichen Angriff auf Verschlüsselungstechniken ist deshalb grundsätzlich: Soll der Staat die letzte Kontrolle über seine Bürger haben? Oder muss es nicht der Bürger sein, der Schutz vor seinem Staat genießt? Dann müsste es in einem freiheitlichen Europa gerade umgekehrt das Anliegen einer liberalen Sicherheitspolitik sein, die Entwicklung dieser Räume zu fördern: mit finanziellen Impulsen, staatlichen Förderprogrammen, gesetzlichen Schutzräumen. [...] (Artikel bei Netzpolitik [abgerufen am 13.02.2015])

Verwaltung

öffentliche IT ist von unten nach oben entgegen der TOP-Bottom-Verwaltungsstruktur gewachsen und damit in einer Richtung, die Verwaltung eigentlich nicht kann - dafür funktioniert der Status quo überraschend gut

Die Verwaltung darf sich nicht weiter zu einem Unternehmen, wie jedes andere Unternehmen entwickeln.

Die eingesetzten Programme müssen Programme sein, die verändert werden können, um sie den Bedürfnissen der Verwaltung anzupassen, ohne Rücksicht auf die Belange der Lieferanten.

Verfahren dürfen nicht ausschließlich über Staatsebenen heruntergereicht werden.

Immaterielle Güter wie Software, werden derzeit wegen der proprietären Lizenzen wie materielle bewirtschaftet.

Beharrungskultur der Verwaltung

Verwaltungen sind mitunter von mutigen Individuen, aber einer ängstlichen Arbeitskultur gekennzeichnet.

Rechenschaftskultur

Wirtschaftsprüfung

Softwareverfahren müssen für Wirtschaftsprüfer nachvollziehbar sein

Wissensmanagement und lernende Organisation

open innovation

Charles Leadbeater - The era of open innovation (aus Juli 2005) TED Talk
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Charles Leadbeater - Open models of innovation Präsentation

Clay Shirky - Institutions vs. collaboration (aus Juli 2005) TED Talk
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Yochai Benkler - The new open-source economics (aus Juli 2005) TED Talk
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Stanley McChrystal - The military case for sharing knowledge (aus März 2014) TED Talk
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Gunter Dueck beim BarCamp Arbeiten 4.0 (veröffentlicht am 05.06.2015) YouTube

community-based-knowledge-management

Wissensmanagement-Werkzeuge: Blog, Dokumentenmanagement, Ticketsystem, Wiki

OpenInnovation ist ein Einzelkundengeschäft

cross-innovation

Michael Kastner über Dynaxität (veröffentlicht am 24.07.2009) YouTube